Quantum AI in der Schweiz: Die Zukunft der hybriden Intelligenz

Die Schweiz positioniert sich als einer der führenden Standorte weltweit im Bereich Quantentechnologien und Künstlicher Intelligenz (KI). Die Kombination aus Quantum Computing und AI – oft als quantum ai schweiz bezeichnet – verspricht bahnbrechende Fortschritte in Bereichen wie Medizin, Finanzwesen, Materialwissenschaften und Optimierungsproblemen. Während klassische Computer an ihre Grenzen stoßen, ermöglichen Quantencomputer durch Prinzipien wie Superposition und Verschränkung exponentiell schnellere Berechnungen. In Verbindung mit KI-Algorithmen entsteht eine hybride Technologie, die komplexe Probleme lösen kann, die heute unlösbar sind.

Was ist Quantum AI?

Quantum AI bezeichnet die Verschmelzung von Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz. Quantencomputer nutzen Qubits, die simultan mehrere Zustände einnehmen können, im Gegensatz zu klassischen Bits, die nur 0 oder 1 sind. Dadurch können sie riesige Datenmengen parallel verarbeiten. KI-Modelle, insbesondere Machine Learning, profitieren enorm davon: Das Training neuronaler Netze wird effizienter, Optimierungsaufgaben in der Logistik oder Finanzmodellierung schneller und Simulationen in der Chemie oder Pharmazie präziser.

In der Schweiz wird Quantum AI nicht nur theoretisch erforscht, sondern bereits in praktischen Anwendungen erprobt. Experten sehen hier das Potenzial, den Energieverbrauch von KI-Systemen drastisch zu senken und neue Durchbrüche in der Präzisionsmedizin zu ermöglichen, etwa bei der Erkennung von Krebsmutationen.

QuantumBasel: Das Herz der kommerziellen Quantum AI

Ein Meilenstein für die Schweiz ist QuantumBasel in Arlesheim bei Basel. Als erstes Kompetenzzentrum für Quantencomputing und KI in der Schweiz wurde es 2022 gegründet und ist Teil des Innovationscampus uptownBasel. Im Dezember 2024 weihte QuantumBasel den ersten physischen und kommerziell nutzbaren Quantencomputer der Schweiz ein: Das IonQ Forte Enterprise System. Dieser Rechner kann über 34 Milliarden Möglichkeiten simultan verarbeiten und steht Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen offen.

QuantumBasel democratisiert den Zugang zu Quantentechnologien, indem es Hardware von Anbietern wie IBM, D-Wave und IonQ kombiniert. Projekte reichen von der Optimierung von Produktionsprozessen in der Industrie bis hin zu Quantum Machine Learning für Krebsdiagnosen. In Kooperation mit Universitäten und Firmen wie Vinci Energies werden bereits reale Anwendungen getestet, etwa die Vorhersage von Maschinenausfällen oder die Verbesserung von Heizungs- und Klimaanlagen.

Forschung an den Spitzenuniversitäten

Die ETH Zürich und die EPFL Lausanne sind globale Leader in Quantum AI. Am Quantum Center der ETH Zürich wird an fehlerkorrigierten Qubits und hybriden Systemen gearbeitet, die KI mit Quantenalgorithmen verbinden. Forscher entwickeln hier Methoden, um Quantensysteme mit Machine Learning zu simulieren und zu kontrollieren.

An der EPFL treibt das Center for Quantum Science and Engineering (QSE) interdisziplinäre Projekte voran. Der Master in Quantum Science and Engineering bildet Spezialisten aus, die Quantenprinzipien mit KI-Anwendungen verknüpfen. Labore wie das Computational Quantum Science Lab nutzen neuronale Netze, um Quantenphänomene zu modellieren, und erkunden Quantum Machine Learning für noisy intermediate-scale quantum (NISQ)-Geräte.

Weitere Institutionen wie die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) forschen an praktischen Anwendungen von Quantenalgorithmen in der Wirtschaft, etwa für Optimierungsprobleme in der Logistik.

IBM Quantum in Zürich und weitere Player

IBM Research in Zürich ist ein zentraler Akteur. Das Labor entwickelt supraleitende Qubits und hybride Quanten-KI-Systeme. In Kooperation mit internationalen Partnern wird hier an skalierbaren Quantenprozessoren gearbeitet, die KI-Training beschleunigen sollen.

Start-ups wie Terra Quantum in St. Gallen bieten Quantum-Algorithmen für KI-Anwendungen an, etwa in der Quantensicherheit oder Molekülsimulation. QAI Ventures in Basel investiert in Quantum-AI-Start-ups und betreibt Accelerator-Programme. Weitere Firmen wie ID Quantique (Genf) dominieren die Quantenkryptographie, die eng mit Quantum AI verknüpft ist.

Nationale Initiativen und internationale Vernetzung

Die Swiss Quantum Initiative (SQI), gestartet 2023, koordiniert die Bemühungen auf nationaler Ebene. Die Swiss Quantum Commission fördert Forschungsprojekte, Bildung und Industriekooperationen. Mit Fördermitteln von SERI und SNSF werden Calls für Quantum-Projekte ausgeschrieben, darunter hybride Quantum-AI-Anwendungen.

Die Schweiz ist Teil des European Quantum Flagship und kooperiert mit CERN in der Quantum Technology Initiative. 2025 wurde zum International Year of Quantum Science and Technology erklärt – ein perfekter Zeitpunkt für die Schweiz, ihre Stärken auszubauen.

Herausforderungen und Ausblick

Trotz der Erfolge gibt es Hürden: Quantencomputer sind noch fehleranfällig (Noise), und skalierbare Systeme erfordern immense Kühlung und Ressourcen. Zudem drohen Quantencomputer aktuelle Verschlüsselungen zu brechen, weshalb Quantum-safe Kryptographie priorisiert wird.

Dennoch ist der Ausblick positiv: Bis 2030 könnten Quantum AI-Systeme in der Pharmaindustrie neue Medikamente beschleunigen oder in der Klimaforschung komplexe Modelle berechnen. Die Schweiz, mit ihrer Tradition in Präzision und Innovation, ist ideal positioniert, um von dieser zweiten Quantenrevolution zu profitieren.

Quantum AI ist keine ferne Zukunft – in der Schweiz wird sie bereits Realität. Institutionen wie QuantumBasel, ETH und EPFL treiben die Entwicklung voran und machen das Land zu einem Hotspot für hybride Intelligenz. Wer in dieser Technologie investiert, gestaltet die Welt von morgen.

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